Mit Intelligenten Informationen begeistern

So lautete das Schwerpunktthema der tekom-Frühjahrstagung 2016 in Berlin: „Die Nutzer mit Intelligenter Information begeistern“. Der Keynote-Vortrag von  Prof. Wolfgang Henseler hat das Publikum davon überzeugt, dass um User Experience 4.0 zu erzielen, Produkte und Dienstleistungen “den Menschen befähigen und entlasten müssen, ihn aber nicht entmündigen!”

An beiden Konferenztagen durfte ich den Workshop “Einführung eines DITA-Pilot-Projekts – planen, starten, testen!” moderieren. Vielen Dank an den 50 Teilnehmern fürs Mitmachen und für ihren wertvollen Fragen und Feedback.

Es gab noch mehr aus der DITA-Welt in Berlin. Zum Beispiel: Dr. Sven Leukert von SAP hat die DITA-Spezialisierung und die üblichen Missverständnisse darüber erklärt; Jang Graat hat uns personalisierte Informationen mit Sahnehäubchen serviert.

Standbesucher und FCT-Team

Besucher und Berater am FCT-Messestand

Meine Kollegen von FCT AG, sowie unsere Partner von CCS Solutions haben sich über die Standbesucher in Berlin gefreut und sind schon gespannt auf die Jahrestagung in Stuttgart.

DITA-Themen bei XML Prague 2016

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Auf dem Programm der XML Prague Konferrenz, wo die Teilnehmer zwischen 7 Monate und 70 Jahre jung sind, stehen immer mehr DITA Themen und Werkzeuge.

Am ersten Tag fand das oXygen Users Meetup statt. George Bina und sein Team haben das neue Produkt oXygen XML Web Author, dessen Zielgruppe DITA-Reviewers und gelegentliche Autoren sind, angekündigt: https://www.oxygenxml.com/webauthor/

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Ich habe den Web Author gleich auf dem iPhone probiert.

Außerdem, wird die Version 18 des oXygen XML Editors bald herausgegeben, in der noch weitere Möglichkeiten geben wird, DITA-Autoren bei der visuellen Redaktion, sowie DITA-Architekten bei der Implementierung von Einschränkungen und kontrollierten Werten zu unterstützen. Man kann ein bestimmtes Layout mit einem Projekt speichern oder zu einem Framework zuweisen, damit ganze Teams mit den selben Layout-Einstellungen arbeiten können. Einschränkungen (Constraints) werden bald einfach durch einer config-Datei implementiert. Darüberhinaus, könnte man eine ganze XML-Schema lokalisieren, was die Diskussion über DITA-Elemente in beliebigen Sprachen sofort anregte.

Patrik Stellmann hat sein Framework DITA-SEMIA gezeigt: https://github.com/dita-semia

DITA-SEMIA Sequence Diagramms

DITA-SEMIA: Sequential Diagrams

Parallel, in dem BaseX Meetup, hat Eliot Kimber sein Projekt DFST (DITA for Small Teams: http://www.dita-for-small-teams.org/) via Skype vorgetragen.

Maximilian Gärber hat das neue Argon-Author Plugin für DITA Content Management in oXygen und BaseX vorgestellt: argon-author.com Beta-Testers können sich schon anmelden und Argon-Author im BaseX-Sandbox versuchen. Mein kleiner Beitrag dazu, außer die Patentante zu spielen ;), ist das mitgelieferte Demo-DITA-Projekt über Trello.

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XML Prague läuft drei Tage jeden Februar, voller spannenden Vorträge und Workshops aus der XML/XSLT/CSS/FO-Welt: http://www.xmlprague.cz/

Redakteure beteiligen und richtig schulen

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Es gab eine interessante Discussion auf dem Blog von Larry Kunz über Schulungsbedarf und Geschäftsziele während und nach einer DITA-Implementierung. Ich habe meinen Kommentar schon auf Larrys Seite hinzugefügt, ich trage aber auch hier die Übersetzung ein.

Vielen Dank an Larry, dass er nochmal die Aufmerksamkeit von Projekt- und Abteilungsmanagern auf die Notwendigkeit erregt, die Redakteure frühzeitig zu beteiligen und ihnen so viel Schulung anzubieten wie nötig, damit sie ihre Geschäftsziele erreichen. Diese Botschaft wird nicht oft genug ausgerichtet, obwohl späte Beteiligung und mangelhafte Schulung zu den Hauptgründen fehlerhaften Implementierungsprojekten gehören, egal ob es um CCMS geht, oder um andere Systeme, wie WCMS, CRM, ERP, u.s.w.

In seinen Kommentaren zum selben Artikel erwähnt Mark Baker, dass wir solche Content Systeme brauchen, die zu einer noch unvorhersehbarer Zukunft passen würden. Ich kann Marks Ideen zwar verfolgen, jedoch furchte ich, seine Vision würde nur schwer passen, wenn man sich für Redaktionssysteme einsetzt, die die Komplexität der Redaktionsaufgaben gleichzeitig verstecken sollten.

Meiner Meinung nach, sollte man die Expertise der technischen Redakteuren nicht unterschätzen und sie nicht auf Storytelling (spielt Jemand Trendwort-Bingo?) verringern.

Technische Redakteure und Redakteurinnen, die ihre Rolle ernst nehmen, sollte man anregen, endlich mal über ihre Komfortzone hinaus zu tretten, um neue Methoden für die Modellierung und für die Erfassung von Inhalten anzuwenden.

Ob Markup oder Markdown, das soll in der Zukunft keine Frage mehr stellen… Ideallerweise würden Autoren beide anwenden können, auch abwechselnd wenn es die Geschäftsziele so anfordern.

Also, ich stimme Larry zu – Redakteure beteiligen und richtig schulen!

Artikel von Larry Kunz: We’re in DITA – Now what?

 

Involve and train your writers

Deutsch >>

There is an interesting discussion happening on the blog of Larry Kunz about follow-up training and business goals after DITA implementations. I’ll add my comment to Larry’s thread, but it might be interesting for some followers to have it here, also:

Larry, thank you for highlighting the need to involve the writers team and to provide as much training as they need to accomplish their goals. We just don’t hear this message often enough, although it’s one of the top causes of implementation failure, regardless of system type: CCMS, WCMS, CRM, ERP, you name it…

I can see Mark’s point about being ready for future developments we can’t even imagine today, but in my opinion, that vision just doesn’t fit with advocating for hiding the complexity of techcomms tasks. Let’s not reduce a technical author’s expertise to storytelling (check that one on my Bingo ticket, Larry).

If we’re serious about their role, we have to encourage writers to finally step out of their comfort zone and polish up their content modeling and authoring skills. Markup or markdown… that shouldn’t even be an issue in the near future, right? Ideally, authors should be able to apply both on the same content structure interchangeably, if the business so requires…

So back to Larry’s article: thumbs up for team involvement and training.

Link to Larry’s article: We’re in DITA – now what?

Auf ein glückliches DITA Jahr!

English version >> Happy DITA in Germany!

Die letzten Monaten in 2015 waren schon intensiv und ich habe wieder Vieles mitzuteilen, das ich unbedingt in Januar machen werde. Jetzt aber das Wichtigste wäre, mit folgender Aussage ins 2016 zu rutschen: DITA ist und bleibt hier. Das habe ich eine Weile her schon gesagt und sage es erneut, nachdem das steigende Interesse an DITA in Deutschland, unter anderem im November durch Workshops, Vorträge und Podiums im Rahmen der tekom Jahrestagung in Stuttgart und bei DITA Europe in München, noch deutiger wurde. Die DITA Gemeinschaft formt sich langsam, Werkzeuge und Systeme fangen an, DITA zu unterstützen und die Diskussion wird, naja, wenigstens leidenschaftlich.

Letzten September war ich ein bisschen enttäuscht und besorgt… etwa fünf Minuten lang 😉 als eine Gruppe deutschen CMS-Herstellern ein “Whitepaper” gegen DITA herausgegeben hatte. Sie hatten auch ein paar schlecht begründeten Folien, die ihren Kunden von DITA Implementierungen abraten sollten, mit auf einer Rundreise durch Europa genommen hatten. Die Amerikaner nennen solche Stellungnahmen FUD – Furcht, Unsicherheit, Zweifel (fear, uncertainty, doubt). Ich habe mich trotzdem überwunden, über das tragikomische Erwachen der dunklen Seite hinaus zu sehen und das Material durchzulesen. Meine Entscheidung war aber, an solchen nicht produktiven Versuchen nur wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Ich werde mich weiter darauf konzentrieren, den DITA Einsatz in Europa und besonders in der deutschsprachigen Gemeinschaft zu unterstützen und Jeder ist willkommen, aktiv mitzumachen.

Auf Wiederstand zu stoßen ist vollkommen normal, wenn es um Änderung geht und kein Experte würde jemals sagen, DITA sei die beste Antwort auf allen Doku-Projekttypen. Doch wenn DITA den Anforderungen und den Audit-Ergebnissen entspricht, müssen professionelle Berater und System-Hersteller die Entscheidungen ihrer Kunden respektieren und ihre Flexibilität zeigen, anstatt eine hochmütige, selbstzerstörerische Antwort zu geben, wie – “Wir machen das seit zwanzig Jahren so und wir sehen keine Notwendigkeit unsere Architektur umzustellen.

Während der tekom Jahrestagung in Stuttgart und kurz danach haben DITA Experten und Fans, mich eingeschlossen, über vielen interessanten, sowie über ein paar irreführenden Vorträge auf Twitter und Blogs berichtet. Mit viel Geduld und, anders als manche “anti-DITA Gastgeber”, ganz höflich haben Sie die Unklarheiten kommentiert.

Ebenso könnte ich hier noch einen Bericht mitteilen und Verlinkungen zu den Diskussionen auflisten, mein Gefühl über diese Sache sagt mir aber: ist schon genug! Wir sollten diese Debatten beiseitelegen, da der Wettbewerb zwischen Standards oder CMSes soll gesund und ausgeglichen laufen. Wir sollten uns auf die Vorteile für die Kunden und Redakteuren konzentrieren, anstatt uns an negative Aufmerksamkeitstricks zu versuchen. Als Berater und System-Hersteller sollten wir proaktiv zeigen, was wir für unseren Kunden und Partner besonders gut leisten können, egal ob mit DITA, PI-Mod, oder mit weiteren Strukturen (ich, zum Beispiel, habe mehrere davon studiert und implementiert).

Meine Botschaft an die technischen Autoren und Dokumentationsmanager lautet: Ihr Team muss entscheiden, niemals ein System-Hersteller, in Deutschland, wie anderswo auf der Welt, welche Standarde eingesetzt werden. Verfolgen Sie die Neuigkeiten und Anforderungen im Bereich technische Dokumentation und treffen Sie fundierte Entscheidungen. Involvieren Sie Ihre Teams, lassen Sie sie ihre Werkzeuge testen und genau die auswählen, mit denen das Team ihre geschäftliche Ziele erreichen wird.

Vielen Dank für ein wundervolles 2015 und wünsche Allen ein sehr Erfolgreiches 2016. Machen Sie Ihre Teams, Kunden und Anwender wunschlos glücklich!

Integration der Produktinformationen bevor 4.0

SchiffahrtMitte Juni fand die TIM Anwenderkonferenz in Konstanz statt – erneut eine großartige Gelegenheit, sich mit Kollegen aus der Technischen Redaktion und Engineueren der Service-Abteilungen aus dem deutschsprachigen Raum in einem historischen Resort am Bodensee zu treffen und auszutauschen.

Als Titel auf dem Programmheft stand allerdings ein Satz, der mich unruhig machte: “Jede Information zu jeder Zeit an jedem Ort”. Ich vermute mal, dass es mit den Vorträgen über Modernes Content Delivery, Produktkommunikation 4.0 und Praxiseinblicke in Industrie 4.0 zu tun hatte, scheinte aber die Ziele und Bemühungen in den letzten paar Jahren in unserem Beruf zu widersprechen – “Als technische Redakteure, liefern wir die richtige Information zu richtiger Zeit an richtigem Ort.”

Klar müsste man sich als technische(r) Redateur(in) mit Themen wie Internet of Things (in diesem Kontext, Industrie 4.0) und Omnichannel Content schon beschäftigen. Es heißt aber lange nicht, dass nur weil man heutzutage die Technik dazu hat, sollte jedes Datum oder jede Information gesammelt und gepflegt sein. Ohne genaue Geschäftsziele und ohne die Analyse der Zielgruppen-Tätigkeit und -Kanäle, gibt es keine Strategie für die Doku 4.0.

Die meisten Konferenzen und Seminaren werden im Moment zu Industrie 4.0 gewidmet. Nichtsdestotrotz scheint es kein gemeinsames Verständnis darüber zu geben, außer die Referenten sagen immer “Sie müssen es tun. Denken Sie an die vielen Möglichkeiten.” Meiner Meinung nach, braucht die 4.0-Technologie (und die 4.0-Redakteure) im Industriebereich noch ein bisschen Zeit zu wachsen, damit die Umgebung aufholen kann. Es gibt zwar die Software und Hardware, Unmänge an Daten zu sammeln, sowie teilweise Algorythmen zur Analyse dieser Daten, jedoch fehlen die (standardisierten) Schnittstellen und Benutzeroberflächen, um die Ergebnisse visuell lesbar zu machen und Entscheidungen im Industriebereich zu unterstützen.

Mittlerweile in der realen Welt, wie mir manche Experten und Redakteure in Konstanz berichteten, kämpfen sich die Redakteure noch durch, wenn es um die einfache Integration von ihrem Content Management System mit SAP oder anderen ERP-Systemen geht. Sie müssen immer noch die Metadaten manuell doppelt eingeben, weil die Systeme und bestimmt auch die verantwortlichen Personen nicht miteinander kommunizieren.

Apropos verantwortlich, finde ich immer gefährlich, dass die Redakteure und nicht Produktentwickler für die technischen Daten in CMS und für die Metadaten in ERP Verantwortung tragen sollen. Diese Daten sollten automatisch zwischen Systemen synchronisiert werden. So würden die technischen Daten und Änderungen die Redakteuren nicht kümmern, genauso wenig wie Engineure für Metadaten Sorgen tragen würden. Jedes Datum soll man nur einmal eintragen und an einer einzigen Stelle pflegen. Information Chain word-cloud

Meine Word-Cloud Notizen zum Vortrag über “Information Supply Chain Management” zeigen einen weiteren und bekannten Grund für die Integration der Produktinformationen – die multidimensionale Welt der Informationen im Unternehmen, die von der Arten, Systemen, Rollen und Prozessen während des Lebenszyklus gegeben wird.

Es gibt noch jede Menge Arbeit, die Informationsprozesse zu optimieren und zu integrieren, bevor Produktinformation 4.0 geschehen kann.

[Update:] Es sind mir noch ein paar Artikel in der Presse aufgefallen:

Mit Legos in Stuttgart

Auf dem Weg nach XML-Prag, habe ich versucht meine Artikel-Reihe über die letzten Konferenzen weiter zu schreiben. Ich schreibe diesen Artikel auf Deutsch, weil es gerade um die tekom Jahrestagung 2014 in Stuttgart geht. Ich hatte die Tagung in den vorigen Jahren schon besucht, diesmal aber habe ich meinen ersten Vortrag und einen Workshop auf Deutsch und nacheinander sogar gehalten.

Mein Workshop – Das DITA-Implementierungsprojekt – und der Vortrag – Verstehen Sie DITA-Architektur? – haben erst am dritten Tag stattgefunden. Nichtdestotrotz waren sie gut besucht. Ich hätte mir gewünscht, dass die Workshopräume besser isoliert würden und jeder Teilnehmer einen Platz am Tisch hätte, sodass man bei den Übungen mitmachen konnte… So mussten wir Vieles überspringen, aber die Gruppe war trotzdem aktiv und stellte gute Fragen.

DITA Implementierung - Folien

Gleich danach dürfte ich mehr über DITA-Architektur im riesigen Plenum-Raum berichten… was so komisch auf mich wirkte, dass ich fühlte wie mein roter Faden dahinschwindet. Die Blokade war glücklicherweise nicht von Dauer, da gleich in der nechsten Woche habe ich noch einen Vortrag gehalten und es lief alles prima. Für den Teil über DITA-Architektur hatte ich eigentlich ebenso einen Workshop vorgeschlagen, dürfte aber diesmal nur einen Vortrag daraus machen. Vielleicht klappt es mit dem Workshop bei der Jahrestagung 2015 🙂 So würde ich meinem Publikum durch konkreten Beispielen und Übungen beibringen, was ich ihnen noch schulde.

DITA Architektur Folien

Darüberhinaus war ich in Stuttgart zum ersten Mal als Aussteller mit meinem neuen Arbeitgeber PANTOPIX dabei. Wir haben Freunde und Messebesucher eingeladen, mit uns über ihren Datenmodellen zu reden und dabei mit den Lego-Steinen zu spielen. Außer einer Reihe von Firmenlogos, entstanden ein paar einzigartige Objekte aus der Zusammenarbeit der Standbesucher. Danke fürs Mitmachen!

PANTOPIX Legosteine